Fachberatung für Grenzgänger: Grenzgängerberatung Deutschland, Frankreich und die Schweiz

Was sind Grenzgänger?

Menschen, die in einem Land ihren festen Wohnsitz haben aber in einem anderen Staat arbeiten und dabei zwischen Wohn- und Arbeitsort hin und her pendeln, bezeichnet man als Grenzgänger. Dabei gibt es je nach Herkunfts- und Arbeitsort verschiedene steuer- und versicherungsrechtliche Besonderheiten, die zu beachten sind. Insbesondere Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiten, sollten sich im Vorfeld über entsprechende Gesetze und Abkommen informieren, da die Schweiz kein EU-Mitglied ist.

was sind Grenzgänger

Steuerliche Behandlung von Grenzgängern

Die steuerliche Behandlung von Grenzgängern richtet sich vor allem nach dem jeweiligen Grenzgänger-Abkommen, das zwischen den beiden Staaten besteht, in denen gewohnt und gearbeitet wird. Ohne ein solches Abkommen wird das Einkommen im jeweiligen Land normal versteuert, wodurch es zu einer Doppelbesteuerung kommen kann. Deutschland hat allerdings mit der Schweiz, Österreich und Frankreich Abkommen zur steuerlichen Behandlung von Grenzgänger abgeschlossen. Diese sehen teilweise eine Grenzzone vor, die maßgeblich für die Anerkennung als Grenzgänger ist. Eine solche Kilometer-Grenze existiert bei Grenzgängern zwischen Schweiz und Deutschland nicht, hier muss beispielsweise eine Grenzgänger-Bewilligung beantragt werden. Dagegen gilt das Abkommen zwischen Österreich und Deutschland nur in einem Bereich von 30 km, bei deutsch-französischen Grenzgängern gilt eine Zone von 20-30 km.
Damit eine Anerkennung als Grenzgänger erfolgt, ist jedoch nicht nur wichtig, wo gearbeitet und gewohnt wird. Zudem muss der Grenzgänger, wenn nicht täglich so doch regelmäßig, mindestens aber einmal wöchentlich in den Ansässigkeitsstaat zurückkehren.
Für Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiten, aber in Deutschland leben empfehlen wir die Hilfe eines Schweizer Steuerberater.

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Krankenversicherung in Europa

Krankenversicherung für Grenzgänger: Reicht die EHIC?

Die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC (European Health Insurance Card) wird von der jeweiligen gesetzlichen Krankenversicherung ausgegeben und dient als Krankenversicherungsnachweis bei einem vorübergehenden Aufenthalt in einem der EU-Länder sowie in der Schweiz, Island, Norwegen und Liechtenstein. Wer seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt, muss sich allerdings gegebenenfalls dort neu krankenversichern. Auch Grenzgänger müssen sich gegebenenfalls im Erwerbsort krankenversichern. Allerdings besteht gerade für Grenzgänger zwischen Schweiz, Österreich, Frankreich und Deutschland häufig die Möglichkeit, sich bei einer bestehenden Krankenversicherung von der Versicherungspflicht am Arbeitsort befreien zu lassen.

Krankenversicherung für Grenzgänger in Deutschland

Wer in Deutschland arbeitet, kann sich gegebenenfalls in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung absichern. Ist die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig, erfolgt die Versicherung dabei im Regelfall bei einer gesetzlichen Krankenkasse, die eine gute Grundversorgung bietet. Als Arbeitnehmer und Selbständige in Deutschland  besteht erst ab einem Bruttojahreseinkommen von über 54.900 Euro (Stand 2015) die Möglichkeit, Mitglied in einer privaten Krankenversicherung zu werden. Eine solche bietet, abhängig vom Vertrag, verbesserte Leistungen beispielsweise bei Zahnbehandlungen. Zudem werden die Beiträge nicht einkommensabhängig, sondern anhand persönlicher Faktoren berechnet. Wer sich einmal für die private Krankenversicherung entschieden hat, kann allerdings nicht ohne weiteres zurück in die gesetzliche Krankenkasse wechseln. Grenzgänger, die langfristig in Deutschland arbeiten, sollten sich daher genau überlegen, für welche Versicherung sie sich entscheiden. Wer am Wohnort bereits krankenversichert ist, kann sich zudem meist von der Krankenversicherungspflicht in Deutschland befreien lassen. Für Rentner in Deutschland werden sowohl private als auch gesetzliche Krankenversicherungen angeboten. Ausländische Studenten in Deutschland sind auch verpflichtet über eine private oder gesetzliche Krankenversicherung zu verfügen.

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Krankenversicherung für Grenzgänger in Frankreich

Es gibt ebenfalls eine gesetzliche Krankenversicherung in Frankreich in (securité sociale), eine rein private Absicherung ist dort allerdings nicht vorhanden. Allerdings übernimmt die gesetzliche Versicherung auch nur einen Teil der Gesundheitskosten, weshalb es die Möglichkeit gibt eine Zusatzversicherung (mutuelle santé) abzuschließen, die je nach Umfang viele Zusatzleistungen bietet. Zudem wird es ab 2016 eine obligatorische betriebliche Krankenzusatzversicherung (Mutuelle obligatoire entreprise) geben. Über diese ist jeder Arbeitnehmer versichert, wobei durch Gruppenverträge in der Regel geringere Kosten anfallen als durch Einzelpolicen.
Diese Krankenversicherung gilt nicht für französischen Rentner und für Selbstständigen aus Frankreich.
Die Krankenversicherung in Frankreich für Grenzgänger ist wie in Deutschland verpflichtend. Das heißt, wer als Grenzgänger in Frankreich arbeitet oder als Student in Frankreich studiert, muss sich dort auch versichern, es sei denn, es besteht bereits eine Versicherung bei einer Krankenkasse am Wohnort.

Krankenversicherung für Grenzgänger in der Schweiz

In der Schweiz gilt für alle Ansässigen und Berufstätige eine Krankenversicherungspflicht. Dabei ist die Krankenversicherung in der Schweiz eine Bürgerversicherung, das heißt, jeder (auch für Studenten in der Schweiz, oder für Schweizer Senioren) muss in sie einzahlen.
Für Selbständige in der Schweiz werden spezielle Angebote angeboten.
Im Prinzip müssen sich auch Grenzgänger aus Deutschland, Frankreich und Österreich über den sogenannten EU/EFTA-Tarif (zum Beispiel Vivao Euroline, Helsana basic) in der Sozialversicherung absichern. Sofern im Heimatland aber eine Krankenversicherung besteht, kann auch hier eine Befreiung von der Versicherungspflicht beantragt werden. Dies ist allerdings nur unter der Voraussetzung möglich, dass die bestehende Versicherung Schweizer Regelungen entspricht, ggf. muss hier mit einer Zusatzversicherung nachgebessert werden. Egal ob über eine deutsche Krankenkasse oder ein Schweizer Grenzgängerversicherung: Der Versicherte erhält zwei Versicherungskarten, um Gesundheitsleistungen in beiden Ländern in Anspruch nehmen zu können.

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Krankenversicherung für Grenzgänger in Österreich

Wer in Österreich als Grenzgänger arbeitet, wird automatisch vom Arbeitgeber bei der Österreichischen Gebietskrankenkasse versichert. Ähnlich wie bei Grenzgängern in der Schweiz können auch Menschen, die in Deutschland wohnen aber in Österreich arbeiten in beiden Ländern Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen. Dazu reicht es, bei der österreichischen Kasse eine Meldebescheinigung über den deutschen Wohnsitz einzureichen und die gewünschte deutsche, sogenannte „aushelfende“, Krankenkasse anzugeben.

Rechte eines Grenzgängers in Deutschland/Frankreich

Rechte eines Grenzgängers in Deutschland/Frankreich

Grenzgänger aus und innerhalb der EU-/EWR-Staaten genießen das Recht auf Freizügigkeit. Das bedeutet, sie können sich frei bewegen und wirtschaftlich betätigen. So benötigt beispielsweise ein deutscher Grenzgänger keine spezielle Arbeitserlaubnis, um in Frankreich eine Tätigkeit aufzunehmen. Da Grenzgänger jedoch in ihrem Heimatland wohnen, während sie in einem anderen Staat tätig sind, gelten für sie die Rechte und auch Pflichte beider Staaten. Unterscheiden sich diese Regelungen, entscheiden im Normalfall Abkommen zwischen den Staaten, welches Recht im gegebenen Fall Vorrang hat. Das betrifft beispielsweise auch Regelungen zum Krankenversicherungsschutz oder die Besteuerung.

Altersvorsorge

Altersvorsorge & Direktversicherung für Grenzgänger

Wer als Grenzgänger arbeitet, zahlt normalerweise auch die gesetzliche Rentenversicherung des Staates ein, in dem der Arbeit nachgegangen wird. Das heißt auch, dass es möglich ist,  als Rentner, später aus zwei Staaten (oder sogar mehr) Rente zu beziehen. Darüber hinaus können Grenzgänger natürlich auch privat vorsorgen, um die Rentenleistungen aufzustocken. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass nicht jede Form der Altersvorsorge später auch bei einem Wohnortwechsel in Anspruch genommen werden kann. Beispielsweise kann eine Verlagerung des Wohnorts in ein anderes Land zu Problemen bei der deutschen Riester-Rente führen. Gerade Grenzgänger sollten sich daher zu speziellen Angeboten etwa einer Direktversicherung informieren.