Das Krankenversicherungssystem der Schweiz

Krankenkassen Vergleich Schweiz


Bei der Schweizer Krankenversicherung handelt es sich wie bei allen Säulen der Sozialversicherung in der Schweiz um eine Bürgerversicherung. Das bedeutet, dass alle Schweizer gemeinschaftlich in die Krankenversicherung einzahlen und so zur Absicherung der Versicherungsgemeinschaft beitragen. Allerdings gibt es neben der obligatorischen Krankenpflegeversicherung noch freiwillige private Zusatzversicherungen, die je nach Vertrag den Versicherungsschutz erweitern.

Krankenkasse Schweiz

Schweizer Krankenversicherung – Bürgerversicherung nicht nur für Bürger

Die obligatorische Krankenversicherung der Schweiz deckt neben der Gesundheitsversorgung auch Pflegeleistungen ab. Nicht nur Schweizer müssen die Pflichtversicherung abschließen, sie ist verbindlich für alle in der Schweiz befindlichen Personen. Eine Familienversicherung wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland gibt es bei der Schweizer Pflichtversicherung nicht. Für jedes Familienmitglied muss ein eigenständiger Vertrag abgeschlossen werden. Allerdings haben Versicherte in der Schweiz die freie Auswahl unter über 90 verschiedenen Krankenkassen, von denen jedoch nicht jede in allen Kantonen aktiv ist.
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Die Versicherungsbeiträge bei der Krankenversicherung in der Schweiz

Für die Schweizer Krankenversicherung fallen abhängig von der jeweiligen Prämienregion und der Altersgruppe des Versicherten unterschiedlich hohe Prämien an. So zahlen Kinder (bis 18 Jahre), junge Erwachsene (19.-25. Lebensjahr) und ältere Erwachsene nicht die gleichen Beiträge. Die Prämie selbst ist einkommensunabhängig, d.h. alle Versicherten der gleichen Prämien- und Altersgruppe zahlen den gleichen Grundbeitrag.
Doch neben der Beitragshöhe gibt es noch einen wichtigen anderen Faktor bei der Schweizer Krankenversicherung: die Selbstbeteiligung. Diese setzt sich aus einem Selbstbehalt von bis zu 700 Franken, bzw. bis zu 350 Franken für Kinder und Jugendliche und der Franchise zusammen. Bei der Franchise handelt es sich ebenfalls um einen Selbstbehalt, der pro Kalenderjahr vom Versicherten für Behandlungen vorerst selbst aufgebracht werden muss. Die ordentliche Franchise beträgt für Erwachsene ab 18 Jahren 300 Franken, während Kinder und Jugendliche hiervon befreit sind. Durch eine freiwillige Franchise von bis zu 2.500 Franken bzw. bis zu 600 Franken für Kinder lässt sich die Grundprämie für die Krankenversicherung reduzieren.
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Weniger Kosten durch spezielle Versorgungsmodelle

Wer seine Kosten reduzieren will, kann bei vielen Krankenkassen in der Schweiz Beitragsreduktionen vereinbaren. Dafür willigt man ein, an einem speziellen Versorgungsmodell teilzunehmen. Es gibt drei Varianten: Beim Hausarztmodell geht der Versicherten zuerst zum Hausarzt bevor ein Facharzt konsultiert wird. Das Telmed-Modell beinhaltet eine telefonische Beratung bevor der Versicherte zu einem Arzt in Behandlung geht. Das HMO-Modell berücksichtigt die Behandlung des Versicherten in einem HMO-Zentrum. Bei allen drei Modellen gelten die Einschränkungen selbstverständlich nicht für Notfallbehandlungen.

Mehr Leistung mit privater Zusatzversicherung

Ähnlich wie gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland haben auch Versicherte in der Schweiz die Möglichkeit, ihren Versicherungsschutz durch Zusatzpolicen zu erweitern. Dabei werden mit der jeweiligen Versicherungsgesellschaft vertraglich der Leistungsumfang und die Höhe der Beiträge vereinbart. Ein Vergleich der verschiedenen Angebote lohnt sich hier besonders, da es große Unterschiede im Preis-Leistungs-Verhältnis gibt. Vor allem sollte aber auch überprüft werden, ob alle im Tarif enthaltenen Leistungen auch wirklich benötigt werden. Sonst zahlt man mitunter zu viel.

Was zahlt die Grundversicherung

Die Grundversicherung bezahlt die folgenden Krankheits-, Unfall- und Mutterschaftsbehandlungen:

Behandlungen

Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen von Ärzten, Chiroprakikerinnen, Hebammen von Personen, die auf ärztliche Anordnung Hin tätig sind

Krankenhaus Aufenthalt

Zeitlich unbeschränkter Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung eines Spitals im Wohnkanton gemäss kantonaler Spitalliste

Medikament- und Laborkosten

Ärztlich verordnete kassenpflichtige Medikamente (gemäss Liste) und Laboruntersuchungen

Notfall im Ausland

Maximal doppelte Kosten dessen, was die gleiche Behandlung im Wohnkanton gekostet hätte

Transport

Beiträge an medizinische notwendige Transporte (50%, max. 500.-) und Rettungsmassnahmen (50%, max. 5'000.-)

Prävention

Beiträge z.B. an Impfungen (keine Reiseimpfungen) und gynäkologische
Untersuchungen (einmal pro 3 Jahre) sowie unterbestimmten Voraussetzungen für Mammografie

Alternativmedizin

Von einem Arzt durchgeführte Behandlungen, die der Gesetzgeber als wirksam zweckmässig und wirtschaftlich erachtet

Spitex, Pflegeheim

Kantonal unterschiedlich hohe Beiträge an Pflegeleistungen zu Hause (Spitex) oder im Pflegeheim. Keine Übernahme von Kosten für Haushalthilfen (zum Kochen Putzen, etc.) und für die Unterkunft im Pflegeheim

Mutterschaft

Sieben Kontrolluntersuchungen, 2 Ultraschall- und 1 Nachuntersuchung, Geburts-
Vorbereitungskurs (Fr. 100.-) und 3 Stillberatungen

Zahnarzt

Deckung für Zahnunfälle und Zahnschäden infolge einer schweren Allgemeinerkrankung.
Keine Kostenübernahme für Löcher flicken, Plomben ersetzen und Zahnfleisch-Behandlungen infolge schlechter Mundhygiene.
Keine Kostenübernahme für Zahnstellungskorrekturen