Krankenversicherung für Senioren und Rentner

Mit der Rente oder der Pension beginnt für die meisten Menschen noch einmal ein komplett neuer Lebensabschnitt. Doch nicht nur die nun freie Zeit verändert die bisherige Lebenssituation. In der Regel ändern sich auch die Höhe des ständigen Einkommens und die Ausgaben. Das betrifft unter anderem auch die Krankenversicherung. Deutsche, französische und schweizerische Senioren müssen dabei ganz unterschiedliche Dinge beachten.

Senioren Krankenversicherung

Krankenversicherung in Deutschland für Senioren

Auch im Rentenalter gibt es bei der Krankenversicherung in Deutschland die Unterscheidung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Im Regelfall bleiben Senioren mit dem Übergang in die Rente in der bisherigen Versicherung versichert. Insbesondere Privatversicherte können nach dem 55. Lebensjahr praktisch nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren. Das kann dann zu Problemen führen, wenn das Einkommen im Alter deutlich sinkt. Denn bei der privaten Krankenversicherung steigen die Beiträge im Laufe der Zeit, so dass die Prämien im schlimmsten Fall zu einer erheblichen finanziellen Belastung führen können.

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Privatpatienten haben allerdings die Möglichkeit, in einen günstigeren Tarif beim gleichen Versicherer zu wechseln, ohne dass eine erneute Gesundheitsprüfung vonnöten ist.
Wer als Arbeitnehmer gearbeitet hat, für den gilt sowohl als gesetzlich als auch privat Versicherter, dass mit Übergang in die Rente der Arbeitgeberanteil wegfällt. Für pflichtversicherte Rentner, also diejenigen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied sind, werden für die Beitragsbemessung nicht nur die Einkünfte aus der gesetzlichen Rente herangezogen. Der Beitragssatz von derzeit 14,9 Prozent plus Zusatzbeitrag gilt vielmehr auch für Einkommen aus selbständiger Arbeit und Versorgungsbezüge etwa aus der betrieblichen Altersvorsorge.

Krankenversicherung in Frankreich für Senioren

In Frankreich gibt es ebenfalls eine gesetzliche Krankenversicherungspflicht. Allerdings gibt es kein duales Krankenversicherungssystem. Vielmehr ist die gesetzliche Krankenversicherung (Sécurité sociale) obligatorisch und kann durch eine private Zusatzversicherung (Mutuelle santé) ergänzt werden. Denn die gesetzliche Versicherung übernimmt nur einen Teil der anfallenden Kosten, den Rest müssen Patienten ohne Zusatzversicherung aus der eigenen Tasche bezahlen.
mutuelle senior
Für Senioren ändert sich daran mit dem Einstieg in die Rente nichts. Sie zahlen ihre Beiträge zur Sécurité sociale aus den Alterseinkünften und haben die Option, den Versicherungsschutz privat zu ergänzen. Allerdings ist dieser private Schutz gerade für ältere Menschen besonders teuer und viele Rentner müssen daher darauf verzichten. Aktuell wird allerdings darüber diskutiert, ob Rentner zukünftig auch über die ab 2016 verpflichtende betriebliche Krankenversicherung in Frankreich (FR:Mutuelle obligatoire entreprise) versichert werden können. Der Grundgedanke: Mitarbeiter, die über die betriebliche Zusatzversicherung abgesichert sind, können diese bei Renteneintritt über ihren ehemaligen Arbeitgeber weiterführen. Aufgrund von Gruppenverträgen ist der Versicherungsschutz dabei weitaus günstiger als eine eigenständige private Zusatzversicherung.

Krankenversicherung in der Schweiz für Senioren

In der Schweiz gibt es eine Bürgerversicherung. Das bedeutet, alle ansässigen und berufstätigen Menschen müssen in der gesetzlichen Krankenversicherung abgesichert sein. Das schließt auch Rentner mit ein. Sie zahlen also ebenso wie zu Zeiten der Berufstätigkeit eine Prämie an die Krankenkasse, die abhängig vom Wohnort (Kanton), Höhe der Franchise/des Selbstbehalts und des gewählten Versicherungsmodells ist. Zwischen den einzelnen Krankenkassen gibt es Beitragsunterschiede, so dass sich ein Vergleich lohnt.
Generell gilt für die Krankenversicherung bzw Krankenkasse für Senioren in der Schweiz jedoch, dass alle wichtigen Gesundheitsleistungen abgedeckt sind. Bevor die jeweilige Krankenkasse Leistungen erbringt, muss der Versicherte allerdings vorerst die persönliche Franchise und den maximalen Selbstbehalt erbracht haben.

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Eine höhere Selbstbeteiligung bedeutet meist einen geringeren Versicherungsbeitrag, allerdings ist der Maximalbetrag für den Selbstbehalt gedeckelt. Je nachdem, welche Vereinbarung mit der Krankenkasse getroffen wird, sind dies für Senioren zwischen 1.000 und 3.200 Franken jährlich.
Die Selbstbeteiligung ist dabei für Rentner nicht die einzige Möglichkeit die Beiträge zu reduzieren. Verschiedene Krankenkassen bieten auch Ermäßigungen für die Teilnahme an speziellen Versicherungsmodellen an. Dazu gehört beispielsweise das Hausarztmodell, bei dem sich der Versicherte einverstanden erklärt, dass er (außer bei Notfällen) immer zuerst den Hausarzt aufsucht, bevor ein Facharzt konsultiert wird.